Mittwoch, 7. März 2012
Coo-ee!

Unsere siebte Woche ist nun angebrochen, obwohl es mir vom Gefühl eher länger vorkommt als kürzer. Ich denke, dass ist ein gutes Zeichen dafür, dass wir die Zeit hier und Australien an sich bewußt wahrnehmen und nicht wie in Deutschland an uns vorbeirauschen lassen. Das ist ein Grins-Poldi-Daumen wert!

Die Regelmäßigkeit in meiner Woche tut mir besser als das träge Warten auf die Dinge die da kommen mögen in der ersten 4 Wochen. Ich genieße die Zeit an der Schule sowie im Café sehr. Jeden Tag bin ich sehr bestrebt meinen Englischsprachschatz aufzustocken. Wenn es jeden Tag nur 5 Worte wären die ich behalte, wären das in einem Jahr Australien 1830 Worte zuzüglich der die ich schon in meinem Gehirn aus alten Schultagen und Urlaubsgebrauch gut in meinem Kopf verstaut habe. So sind 1830 Wörter mein Minimalziel, .´), obwohl ich natürlich gerne die tatsächliche Marke von gesamt rund 1 Millionenworte knacken möchte. Aber ich versuche mich selbst nicht so zu drillen und es als relaxte Herausfordernung zu sehen.

Am Ende meines Tages brenne ich darauf mit Mojo, mein fast eigens gewordenen australischen Hund Gassi zu gehen. Eine Zeit am Tag für mich im Laufschritt noch überschüssige Energie loszuwerden und die Gedanken baumeln zu lassen. Auf diesem Gang habe ich auch viele meiner Magic Moments. Damit sind Momente gemeint, wo ich etwas außergewöhnlich Schönes sehe, vornehmend etwas was es nicht in Deutschland gibt. Wie ein kleines Mädchen unterm Weihnachtsbaum ist es bei mir, wenn ich die bunten Regenbogenpapageien oder die weißen Kakadus durch die Straßen fliegen sehe. Mein bester Magic Moments ist bisher ununstritten immer noch der mit den Delphinen an Hells Gate.

Die australische Autowelt hat mich nun auch regelmäßig. Ich schlage mich ganz gut, möchte ich meinen, keine außergewöhnlich gefährlichen Vorkommnisse. An dieser Stelle sei bemerkt ich vermisse meinen kleinen pepperwhitenden Mini sehr, aber dennoch bin ich ganz froh, dass ich ihn nicht hier habe, zumindestens nicht im Moment. Die gute alte Bobby-Jane muss als Bordsteinopfer herhalten. So oft wie hier habe ich in Deutschland in all meiner Fahrjahren nie einen Bordstein mitgenommen. Die Bordsteine auf Parkplätze oder Zufahrten zu Solchen und Denen zu Grundstücken sind hier unbegreiflich sehr hoch und steil. Ich mutmaße, dass dies auf die Zeit der großen Geländewagen zurückgeht. Große Geländewagen gibt es hier zwar immer noch Einige, aber die Zahl der Kleinwagen von 2008 bis heute hat deulich zugenommen. Steigende Rohölpreise haben auch Australien erreicht, wobei der Sprit hier nachwievor günstiger ist als in Deutschland. Das sachte Auffahren muss ich also noch üben. Ich versuche dabei Bobby Jane nicht so zu verletzen. Tut mir ja auch weh.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Huhn. Ein Huhn hat hier noch weniger Überlebendschancen als in Deutschland. Hier wird fast nur Huhn konsumiert, was vom Preis mit rund z.B. 9$ für 800 gr. hinter Kängeruh am Günstigsten ist. Schwein, Lamm und besonders Rind sind teurer. Hinter Huhn ist aber eher Rind im Konsumgebrauch. Wer sich Dieses auf den Grill legen möchte ist mit über 20$ für ein herkömmlich Abgepacktes dabei. Schon gemein, dass was für Viele das Beste bei einem Essen ist, ein dickes saftiges Steak und ein gutes Glas Bier/Wein, läßt es was kosten. Ich entschuldige mich an dieser Stelle bei allen Vegetariern für diese ausschweifenden Erläuterungen, aber Eine vermag ich mit folgendem Abschlusssatz glücklich zumachen: Schwein meiden die Australier fast gänzlich. Der Grund für den Mythos um die glücklichen australischen Schweine hat sich mir noch nicht erschlossen. Wenn ich es herausfinde, lasse ich euch dran teilnehmen.

Und jetzt: Knock off! (Slang für " Feierabend machen")
XXOO (australische Zeichen für Küsse & Hugs - Umarmungen)
& See ya,
Sonnenwind/Sunwind.